Stein um Stein

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Habt ihr schon einmal etwas begonnen und nach einer Weile habt ihr euch gefragt, warum überhaupt? Kam der Punkt, an welchem euch alles zu anstrengend vorkam und ihr am liebsten alles hingeschmissen hättet? Wenn der himmlische Vater will, dass wir uns gute Ziele setzen, warum ist es dann manchmal so schwer?

Ich denke Vielen geht es ab und zu so. In der heutigen Zeit gibt es viele Einflüsse, welche um unsere Aufmerksamkeit kämpfen. Zeit scheint knapp zu sein und die Liste mit Dingen, die wir tun wollen, scheint schier unendlich. Wenn dann eine Sache auch noch viel Arbeit und Anstrengung erfordert, fällt es schwer, dies über eine lange Zeit durchzuhalten.

Doch was lesen wir im Buch Mormon? Was sagt der Herr dazu?

Alma Kapitel 34 ist eines von Matthews Lieblingskapiteln im Buch Mormon. Er ist Engländer und war in Deutschland auf Mission, wobei ihm Deutsch lernen wirklich nicht einfach zufiel. Als ich ihn fragte, was für ihn in Alma Kapitel 34 besonders ist, sagte er:

,,Wir alle haben Bedrängnisse oder Herausforderungen im Leben. Manches sind Dinge die wir nicht beeinflussen können, manchmal sind es Dinge, die für etwas Anderes notwendig sind, wie eine neue Sprache zu lernen, wenn man in einem anderen Land auf Mission ist. Ich wollte meine Aufgabe als Missionar in Deutschland gut erfüllen, doch Sprachen fielen mir schon immer schwer. Mein Versuch z.B. das Buch Mormon in Deutsch zu lesen oder Menschen anzusprechen, hat mich viel Überwindung gekostet, dennoch wollte ich gern mein Bestes geben. Je mehr Wörter ich nicht zu kennen schien, desto schwieriger wurde es, jeden Tag wieder motiviert neu anzufangen. Noch heute erinnere ich mich daran. In Alma Kapitel 34 heißt es, dass wir Geduld und Hoffnung haben sollen. Auch nach Mission habe ich sehr oft darüber nachgedacht.''

Berge mit Sonnenuntergang

Der Schlüssel ist: nicht auf den Gedanken zu verharren, die uns entmutigen! Wenn wir permanent daran denken wie schwer es ist, fühlen wir uns immer entmutigter, werden verbittert oder frustriert, haben den Geist nicht mehr an unserer Seite und werden irgendwann aufgeben. Doch der himmlische Vater will nicht, dass wir aufgeben. Er will, dass wir Freude im Leben haben und lernen, trotz unserer Herausforderungen glücklich zu sein. In Alma Kapitel 34 Verse 40 und 41 lesen wir

„Und nun, meine geliebten Brüder, möchte ich euch ermahnen, Geduld zu haben…und diese Bedrängnisse zu ertragen, mit der festen Hoffnung, dass ihr eines Tages von all euren Bedrängnissen ausruhen werdet.“

''Ich liebe es bei Wanderungen Plätze am Wegesrand zu entdecken, wo sich Menschen die Zeit nehmen, um aus kleinen Steinen Türme zu bauen. Als kleiner Höhepunkt der Wanderung, erinnern mich solche Orte immer daran, dass Vieles am Anfang schwer erscheint. Wir werden viele kleine Steine und mehrere Versuche brauchen, um unseren eigenen Steinturm bauen zu können. Der Turm wird öfter umfallen und wir brauchen Geduld, um die Steine langsam und mit Balance auf die anderen zu setzen. Aber wenn man es dann geschafft hat, erinnert man sich gern daran und ist auch ein bisschen stolz - natürlich im guten Sinne des Erfinders. Genauso ist es in unserem Leben mit vielen anderen Dingen. Um etwas zu erreichen brauchen wir Geduld und Ausdauer.''

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Unsere Bedrängnisse werden nicht ewig dauern und wenn wir sie Gott anvertrauen, kann er uns helfen. Anstatt uns auf Dinge zu konzentrieren, die nicht gut sind oder falsch laufen, können wir uns fragen, was unsere wahre Motivation im Leben ist. Erinnern wir uns, warum wir Dinge angefangen haben. Hatten wir ein gutes Gefühl als wir es uns vorgenommen haben? War es ein gutes Ziel? Warum sollte es das nun nicht mehr sein? Weil es anstrengend geworden ist? In den Schriften lesen wir, dass wir Geduld haben müssen und Hoffnung, und das heißt manchmal auch, ausharren und weitergehen, bis Dinge wieder besser werden – oder wir Deutsch besser verstehen.

Halten wir uns regelmäßig vor Augen, dass wir nicht allein sind, sondern der Herr bei uns ist und uns helfen möchte. Er will uns zur Seite stehen. Bitten wir ihn um Hilfe für den nächsten Schritt auf unserem Weg. So wie es in Mosia Kapitel 24 Vers 12 steht, „der Herr kannte die Gedanken ihres Herzens“ und er kennt auch unsere Gedanken. Erlauben wir ihm, uns zu helfen und erlangen wir ein Zeugnis davon, dass er uns in unseren Bedrängnissen beisteht – egal ob groß oder klein.