Ein Praktikum im EU-Büro der Kirche in Brüssel

Ein Praktikum im EU-Büro der Kirche in Brüssel

Ein Interview mit Rakel Nilsson

Das EU-Büro der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage soll die Beziehungen zwischen der Kirche und den Staaten der Europäischen Union stärken. Das Büro mit Sitz in Brüssel kümmert sich hauptsächlich um Fragen, die den Glauben, die Familie und die Religions- und Glaubensfreiheit betreffen. Gemeinsam mit anderen Kirchen und Organisationen setzt es sich dafür ein, dass alle Menschen ihren Glauben und ihre Religion frei ausüben können und dass dieses Recht gesichert wird.

Rakel Nilsson ist Mitglied der Kirche. Sie hat im schwedischen Helsingborg einen Bachelor-Abschluss im Fach Internationale Beziehungen gemacht und vor kurzem ein Praktikum im EU-Büro der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Brüssel beendet.

Stellen Sie sich doch bitte kurz vor und erzählen Sie uns ein wenig darüber, warum Sie sich für ein Praktikum im EU-Büro beworben haben.

Stellen Sie sich doch bitte kurz vor und erzählen Sie uns ein wenig darüber, warum Sie sich für ein Praktikum im EU-Büro beworben haben.

Rakel: Sie haben ja bereits erwähnt, dass ich einen Bachelor-Abschluss im Fach Internationale Beziehungen habe. Leider habe ich aber noch nicht so viel in diesem Bereich gearbeitet. Als mich dann mein Bischof auf diese Praktikumsstelle aufmerksam machte, sah ich dies als gute Gelegenheit, meine Fachkenntnisse aufzufrischen und herauszufinden, ob ich noch immer in diesem Gebiet arbeiten möchte. Ich habe mich schon immer für internationale Beziehungen und den Austausch zwischen den Kulturen interessiert. Es steckt ein gewisser Reiz dahinter, zwischen verschiedenen Kulturen, Meinungen, Sichtweisen und Vorstellungen eine Brücke zu schlagen. Außerdem fand ich die Idee gar nicht schlecht, einige Monate in Brüssel zu verbringen.

Wie sah ein gewöhnlicher Tag im Büro aus?

Wie sah ein gewöhnlicher Tag im Büro aus?

Rakel: Ich bin mir nicht sicher, ob man sagen kann, dass es in diesem Büro einen gewöhnlichen Tag gab. Wenn man jeden Tag an allem teilhat, was in Brüssel so vor sich geht, findet man kaum zu einem geregelten Tagesablauf. Zu meinen Aufgaben gehörte es, die verschiedenen Ausschüsse des Europaparlaments zu besuchen, Berichte zu schreiben, Sitzungen vorzubereiten, an Veranstaltungen teilzunehmen, zu recherchieren und vieles mehr. Manchmal mussten all diese Aufgaben an ein und demselben Tag erledigt werden. Ich denke, dass man in einem Büro wie diesem flexibel sein muss, denn der Tagesplan kann sich ganz schnell ändern. Mir persönlich hat das recht gut gefallen.

Sie haben erwähnt, dass Sie auch an einigen Projekten gearbeitet haben. Könnten Sie ein wenig mehr darüber erzählen?

Sie haben erwähnt, dass Sie auch an einigen Projekten gearbeitet haben. Könnten Sie ein wenig mehr darüber erzählen?

Rakel: Ich war an vielen verschiedenen Projekten beteiligt. Zum Beispiel sollte ich im Parlament einmal die laufenden Gespräche zwischen der Kommission und dem Rat über einen Erlass mitverfolgen, in dem es um den Zugang von Staatsangehörigen aus Drittstaaten zur EU ging. Zuerst habe ich mir die Verlaufsakte auf der Website des Parlaments angesehen, um mich mit der Vorgeschichte dieses Erlasses vertraut zu machen. Dann habe ich das Dokument ausgewertet, mir im Parlament die Debatte der Ausschussmitglieder angehört und das Büro des Berichterstatters kontaktiert, um Unklarheiten zu beseitigen und Prognosen einzuholen. Es wird interessant sein, was aus dem Erlass wird.

Ein weiteres Projekt, an dem ich mich beteiligt habe, ist die Europäische Plattform gegen religiöse Intoleranz und Diskriminierung EPRID, der auch das EU-Büro der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angehört. Ich habe auch ein Frühstück für die Assistenten der Mitglieder des Europaparlaments mit vorbereitet und an Sitzungen der Plattform teilgenommen.

Was war für Sie der Höhepunkt Ihres Praktikums?

Was war für Sie der Höhepunkt Ihres Praktikums?

Rakel: Ich glaube, es gab insgesamt drei Höhepunkte:

1.) Unser Vorsitzender und der Abgesandte des US-Beauftragten für die Religionsfreiheit in aller Welt nahmen an einer Veranstaltung im Europaparlament teil, und wir durften ihnen zu Ehren einen Empfang ausrichten. Ich hatte Glück, dass ich bei der Planung und Organisation des Empfangs mitmachen durfte. Es hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Es war auch gar nicht so einfach und darum eine tolle Gelegenheit, mich zu bewähren und etwas dazuzulernen.

2.) Einmal kam Elder Patrick Kearon von der Gebietspräsidentschaft Europa zu einem Spitzentreffen der Europäischen Kommission mit Führern verschiedener Religionen. Ich war daran beteiligt, Elder Kearon auf das Treffen vorzubereiten. Es war ein aufschlussreiches Erlebnis, weil ich eine Menge über die Teilnehmer dieses Treffens und ihre Organisationen in Erfahrung gebracht habe. Am meisten hat mich jedoch beeindruckt, wie beispielhaft und mit wie viel christlicher Nächstenliebe Elder Kearon sich eingesetzt hat. Das vergesse ich nie.

3.) Generell die Erfahrung, in Brüssel zu sein, an einem der politischen Schmelztiegel auf der Welt. Ich konnte Sitzungen im Europaparlament, Sitzungen der Kommission und Begegnungen in Botschaften mitverfolgen, bei denen es um die Förderung der Religionsfreiheit ging. Ein weiterer Höhepunkt waren die Menschen, die ich kennengelernt habe, und all das Wissen, das ich mir angeeignet habe. Es war ein unvergleichliches Erlebnis, und es gibt nichts, was ich bedauern müsste.

Vielen Dank, Rakel!

Vielen Dank, Rakel!

Falls Sie ein abgeschlossenes Studium haben, Mitglied der Kirche sind und sich für Angelegenheiten der EU, internationale Beziehungen oder Religions- und Glaubensfreiheit interessieren und gern mehr über ein Praktikum im EU-Büro erfahren möchten, schreiben Sie einfach an EUOffice@ldschurch.org.